Kunst und Kultur

Kulturdenkmäler

In der Mitte des Weltwaldes, auf einer Anhöhe, von alten Eichen umschattet, befindet sich das über 1000 Jahre alte Kirchlein St. Clemens. Neben dem Waldhüterhaus und einem verfallenen Kellergewölbe ist sie das einzige erhalten gebliebene Gebäude des 1883 aufgelassenen Weilers Oberberghausen. Der eingewachsene Friedhof mit seinen historischen Grabkreuzen erinnert an die Namen der Bauersleute, die hier einmal gelebt haben.

St. Clemens

Die Fläche des Weltwaldes deckt sich weitgehend mit der einstigen Gemeindeflur.

Kunstwerke

Bei den Bildhauersymposien "Skulpturtage 2011", "Skulpturtage 2012" und „Skulpturtage 2016“ sind eine Reihe von Arbeiten aus Holz entstanden. Sie wurden unter großer öffentlicher Anteilnahme vor Ort gefertigt und verbleiben dauerhaft im Wald. Die Thematik der einzelnen Werke korrespondiert mit den Motiven der Weltwald-Konzeption. Die Veranstaltungen wurden vom Förderverein Weltwald & Erlebnispfad Freising e.V. ausgerichtet und von einer Vielzahl namhafter Sponsoren unterstützt.

Bilder vom Entsehtungsprozess der Skulpturen finden Sie unter folgendem Link:

www.skulpturtage-freising.de

„Denk mal!“ (2016)

Auf dem Areal des heutigen Weltwaldes befand sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts der Weiler Oberberghausen. Er bestand aus vier Bauernhöfen und einer Dorfkirche. 1883 verkauften die z.T. hochverschuldeten Eigentümer ihre Anwesen an die königlich-bayerische Forstverwaltung. Auf den Ackerflächen wurden zunächst Weiden und exotische Baumarten angebaut. Als sich das nicht mehr lohnte, folgten Aufforstungen mit Fichten. Die letzten Gebäude des Dorfes wurden 1898 abgerissen, nur die Kirche steht heute noch. Geschichte

Mit dem „Denk mal!“ soll an die Geschichte von Oberberghausen erinnert werden. Es fordert auf, stehen zu bleiben und durch die fünf Stelen aus Douglasienholz hindurch zu spazieren. In vier der Stelen sind Vertiefungen und Durchbrüche eingestemmt, deren Umrissformen die Grundflächen der einstigen Höfe mit ihren Nebengebäuden nachzeichnen. Nur eine Skulptur hat keine Vertiefungen. Sie steht für die erhalten gebliebene Kirche St. Clemens.

Die Anordnung der Objekte zueinander ist an das einstige Ortsbild von Oberberghausen angelehnt. Verweisend auf alte Zeiten sind die Stelen mit einfachen Mitteln gebaut: aus Holz geschnitten, gestemmt und gehauen, mit Feuer gegen die Feuchtigkeit im Untergrund angekohlt, mit Wachs an den Stirnflächen versiegelt und mit geschmiedeten Eisenklammern zusammengehalten.

Idee: Sophie Neustifter und Johannes Gerlach

Ausführung: Schüler der Meisterschule für das Holzbildhauerhandwerk der Stadt München

Betreuer: Martin Kargruber

Personen auf dem Foto v.l:
Martin Kargruber, Johannes Gerlach, Sophie Neustifter, Carolin Hinterseer - hinten, Regina Sebold - vorne, Magdalena Rott, Verena Stuhlreiter, Ronja Lampert, Jakob Wanninger, Quirin Herzinger, Jessica Strixner

Ahornsamen von Johann Kral, Kim Schypulla und Lukas Köver (2012)

Der Samen des Ahorn Baumes besticht durch seine elegante Form und seine Leichtigkeit. Der Flug des Samens ist ein Meisterwek der Natur. Leider werden die Propellerfrüchte zu selten wahrgenommen. Durch unsere übergreifende Darstellung können sie nicht übersehen werden.

"Ahornsamen"

Der Koi im Reisfeld von Thomas Dinzl, Anke Rossmann und Peter Rappl (2012)

Arme Reisbauern in Asien setzten Karpfen in ihre Reisfelder ein. Dadurch enstanden prachtvolle Farbmutationen. Während Reis noch immer das Grundnahrungsmittel für die arme Landbevölkerung darstellt, gilt der gezüchtete Koi als Statussymbol für wirtschaftlichen Erfolg und Stärke. So verweist der Koi im Reisfeld durch seinen Ursprung auf die Armut und steht heute für Reichtum und Luxus - ein Paradoxon.

"Der Koi im Reisfeld"

Europa von Peter Guberia, Tamara Selmaier, Petra Fazekas (2012)

Unterschiedliche Länder und Kulturen überlagern sich an ihren Grenzen, greifen ineinander und bauen, getragen von der Idee einer Gemeinsamkeit aufeinander auf. Ähnliche, aber unterscheidbare Teile verbinden sich zu einer turmartigen Gesamtkomposition mit offenem Ende...

"Europa"

ligneus globus von Stefan Esterbauer (2011)

Die Grundform meiner Skulptur besteht aus einer Kugel. Durch die formale Metapher erschließt sich die Thematik "Internationales Jahr der Wälder". Das Material Holz unterstreicht ebenfalls das Thema. Mehrere Ausnehmungen gewähren Einsicht ins innere der Skulptur und verleihen der Plastik ihre charakteristische Form. Beim Umrunden der Skulptur ergeben sich so verschiedene Überschneidungen.

"ligneus globus"

Mensch – Natur – Raum von Tanja Röder (2011)

Die Natur ist unser Ursprung - unser Lebensraum - unsere Zukunft. Wir leben mit ihr und in ihr. Mein Entwurf zeigt eine abstrahierte menschliche Figur (ca. 3,5 m hoch), die ein integrierter Bestandteilder Natur - des Waldes ist. Sie besteht aus dem Naturmaterial Holz. Sie ist im Natur - Raum installiert und fügt sich ein. Jeder kann sich in der Figur wiederfinden und sich als Teil der Natur fühlen.

"Mensch - Natur - Raum"

Ich gehe durch den Wald von Roger Löcherbach (2011)

Ich nehme den Wald als Ort der Muße und Besinnung wahr. Ich gehe ohne Hast und den Zwang ein Ziel erreichen zu müssen, nur für mich. Ich lasse auch meine Gedanken spazieren gehen. Diesen Zustand stelle ich in einer Lebensgroßen Figur dar, die aus einem Baumstamm gearbeitet ist: der Spaziergänger.

"ich gehe durch den Wald"